purplez digital: Utopien & Leiden_schaften

All events, except the party were in german. Unfortunately we could not offer translation. /
Die Veranstaltungsreihe hat deutsch stattgefunden.
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Das queer_feministische Maga_zine Kollektiv Purple Scare lädt ein: Wir wollen gemeinsam zurückschauen, nach vorne gucken und zwischendrin kurz blinzeln, um einen Blick zu erhaschen auf die Vorstellung einer besseren Welt, von Communitys of Care, von Fürsorge-Utopien und queeren Lebens&Denk_Räumen.

Unsere dritte Ausgabe zu Utopien & Leiden_schaften ist in der Mache. Und weil dieses Jahr ja alles anders ist als erwartet, kann es zwar noch keine Release-Party, dafür aber eine Online-Veranstaltungsreihe geben. Wir wollen euch einbeziehen in unsere Außeinandersetzungen mit Fragen von und nach UTOPIEN und LEIDEN_SCHAFTEN aus queerfeministischen und intersektionalen Perspektiven; wollen trotz corona-bedingten Einschränkungen Raum schaffen für Austausch, Begegnung und Vernetzung.

In verschiedenen Veranstaltungsformaten – von Vorträgen über Dikussuonsrunden bis zur galaktischen Abschluss Party – laden wir euch dazu ein, mit uns über utopischen Theorien, Vorstellungen und Praxen zu sprechen und nachzudenken oder zu dancen. Wir freuen uns auf euch, see u in the internetz!

Literaturempfehlungen zu den Veranstaltungen und weiteres findet ihr hier:

https://cryptpad.fr/kanban/#/2/kanban/view/8Web4HEBRRFe0N1gczYBDyURUl3KzeS5R7f1kf157KE/

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Übersicht:

02.12.2020 // 19 Uhr
Familia*Futura
Familien, Beziehungen, Sexualitäten

10.12.2020 // 19 Uhr
SchwarzRund
Premierenlesung der afroqueeren Novelle „Quasi“ von der Autor*in

14.12.2020 // 19 Uhr
Purplez +
Utopien und Leiden_schaften
Diskussionsveranstaltung

18.12.2020 // 20 Uhr
Purplez in Space – eine digitale Party – mit DJ MWA und ELYPZE

A digital party with DJ MWA und ELYPZE

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Details:

02.12.2020 // 19 Uhr
Familia*Futura

„Familie ist ein paradoxer Ort! Das Kleinfamilien-Ideal kennt zwei Beziehungsarten, die in puncto Sex und Sexualität unvereinbar sind: Die Eltern-Kind-Beziehung und die romantische, heterosexuelle, monogame Zweierbeziehung als deren idealisierter Ursprung. Die Eltern-Kind-Beziehung ist körperlich und emotional, aber nicht erotisch-sexuell. Gleichzeitig besteht der Anspruch an die Zweierbeziehung, dass sie auch über das Elternwerden hinaus noch romantisch, leidenschaftlich, monogam und sexuell aktiv sein soll. Und bitte alles ganz entspannt und unter einem Dach. Klappt das? Selten.
Warum also nicht als Freunde Kinder kriegen? Warum nicht mit mehreren? Was wird möglich, wenn wir das Dogma des binären Geschlechterdenkens, der romantisch-monogamen Zweierbeziehung und der dazugehörigen Sorge-Arbeits-Verteilung ablegen?

Das Kleinfamilien-Ideal scheitert. Und wir mit ihm. Wie also stattdessen leben? Wie wollen wir Familie werden? Wie können wir schöner scheitern? Das queerfeministische Netzwerk-Projekt „FAMILIA*FUTURA – Festival für Familien und Utopien“ sucht Antworten auf diese Fragen. Die neuen Ideale werden viele sein. Denn nur aus der Familien-Vielfalt werden neue Fürsorge-Utopien entstehen.“

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10.12.2020 // 19 Uhr
SchwarzRund

Die afroqueere Novelle QUASI der Autor*in SchwarzRund erscheint in neuaufgelegter Fassung am 10.12.2020. Ganz neu ist ein ausführliches Vorwort zum politischen Hintergrund der Novelle! Wir freuen uns sehr, dass wir die erste Lesung von QUASI veranstalten und die in Bremen aufgewachsene Autor*in am Tag der Bucherscheinung (digital) begrüßen zu dürfen!
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Es folgt ein kurzer Text zum Inhalt der Novelle und einige Infos zur Autor*in: _ Die queere Dominikanerin Wendolyn arbeitet in einer Werkstatt und versucht wie alle in Berlin, nebenbei Projekte zum Laufen zu bringen. Ihre Schwester Sarah landet in Spanien, bereit im Land ihrer Unterdrücker ihren Facharzt zu machen. Ihr Cousin Sebastian gibt in Santo Domingo alles, um mit antirassistischen Videos berühmt zu werden. Doch als die Dominikanische Republik ihnen und Tausenden anderen die Staatsbürgerschaft aberkennt, sehen die drei ungleichen Verwandten sich dazu gezwungen, ihre Unterschiede zu überwinden und sich der Gefahr der Staatenlosigkeit zu stellen. Diese afro-queere Novelle bringt Nahe, wie Migration die Frage nach Heimat verändert, Familiengefüge sich über Kontinente verbinden können und wie die unterschiedlichen Schicksalsschläge und Sprachbarrieren das Leben der drei Protagonistinnen beeinflussen. Und sie verwehrt sich dabei einer Moral, Lehre oder Antwort. Soy dominicana, soy familia, soy quasi.

SchwarzRund kam als Schwarze Deutsche Dominikaner*in mit drei Jahren nach Bremen, lebt seit über einem Jahrzehnt in Berlin. Seit 2013 publiziert sie Prosa, Poesie und Essays auf ihrem Blog schwarzrund.de. In ihren Performances, Vorträgen und Workshops verhandelt sie zudem Behinderung, Dicksein, Queerness und Widerständigkeit. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Kulturwissenschaften und Gender Studies, in den Letzteren schreibt sie derzeit ihre Masterarbeit zu Schwarzen Identitätskonzeptionen in der afro-karibischen Diaspora. 2016 erschien ihr afroqueerer Roman BISKAYA, in diversen Anthologien sind ihre Kurzgeschichten, Interviews und Essays veröffentlicht.

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14.12.2020 // 19 Uhr
Purplez +

Was haben Utopien mit queerer Tattooculture zu tun? Wie sind Dimensionen des Erinnerns mit Utopien queer*feministischer Geschichtsschreibung verbunden? Inwiefern modelliert Wohn_Raum gewohnte Beziehungsweisen und kann gleichsam Fenster in neue Formen des Zusammenlebens öffnen? Wie kann Utopisches visuell kommuniziert und abgebildet werden?

An diesem Abend möchten wir euch dazu einladen, gemeinsam mit uns über solche und andere Fragen im Spannungsfeld von Utopien und Leiden_schaften zu diskutieren. Es soll ein temporärer, digitaler Raum geschaffen werden, in dem wir Einblicke geben in unsere inhaltlichen und künstlerischen Auseinandersetzungen im Kontext der dritten Ausgabe des Maga_zines und darüber hinaus. Über kurze thematische Inputs eröffnen einige Mitglieder des Kollektivs das Gespräch über eigene Projekte und Arbeiten – um anschließend daran in gemeinsamer Dikussion mit euch Gedanken und Perspektiven zu teilen und zu vernetzen.
Mit Franziska Bauer, Brigitte Boomgaarden aka Moni Lang, Rebecca Gefken und Rosanna Umbach

Brigitte Boomgaarden aka Moni Lang
Queere Tattooculture als reale Utopie?

Die Utopie liegt nicht immer in einer unerreichbaren Ferne. Utopische Momente lassen sich auch in der Gegenwart ausfindig machen. Beispielsweise in Räumen und Orten, die nach anderen Spielregeln funktionieren, jenseits gesellschaftlicher Normen und Normierungen. Insbesondere queere Orte und Praktiken haben vielfältige sich überschneidende Momente, die auf eine andere Zukunft hinweisen. Lasst uns gemeinsam an einigen Beispielen diskutieren, welche utopischen Momente sich in der aktuellen queeren Tattooculture ausmachen lassen.

Rebecca Gefken
Utopien queeren Archivierens – die politische Dimension des Erinnerns

Queerfeministische Geschichtsforschung-eine Utopie? Wie wir gemeinsam Strategien für neue Perspektiven auf das starre Konstrukt kollektiver Erinnerungskultur(en) entwickeln und Geschichte fluide wahrnehmen und aktiv mitgestalten können. Die politische Dimension des Erinnerns soll anhand ausgewählter Archivmaterialen veranschaulicht werden.

Rosanna Umbach
Un_Gewohnte Familienbilder – Visuelle Politiken des Familialen im Schöner Wohnen Magazin der 1970er Jahre

Trotz der Pluralisierung von Familienmodellen sieht man sich immer wieder konfrontiert mit dem Abziehbild der bürgerlichen, heteronormativen Kleinfamilie im efeuumkränzten Einfamilienhausidyll – in politischen Debatten ebenso wie beim Aufschlagen des Ikea-Katalogs. Gerade über solche Bilder_Politiken werden tradierte Vorstellungen von Familie beständig reproduziert und können gleichsam auf die Probe gestellt, durch_queert und erweitert werden. Das spezifisch Politische dieser familialen Visualitäten wird anhand von Beispielen aus dem Wohnmagazin Schöner Wohnen vorgestellt. Welche emanzipatorischen und potenziell utopischen Perspektiven auf ‚alternative‘ Konzepte des Zusammenwohens und Sorgetragens sich auch heute noch aus diesen historischen Wohnkonzepten entwickeln lassen und wo sich trotz allen Umräumens noch statische Bilder von Elternschaft und vergeschlechtlichter Arbeitsteilung wiederfinden lassen wird darüber diskutierbar.

Franzi Bauer
utopisches Visualisieren

Wenn es um die Utopie geht, geht es auch oft um die Schieflage des Jetzt. Nehmen wir die gerade Linie als Metapher für das Grundlegende dieser Schieflage, so können wir Bilder auftun, die sich utopisch anfühlen und doch gar nicht so fern erscheinen. Im Detail der geraden Linie, im Detail der Schieflage, können wir Momente des Auflösens erkennen, der Verpixelung, der Unterbrechung, der Ungeradlinigkeit. Im Detail stellt sich das Konstrukt der geraden Linie selbst in Frage. Ist der Weg zum Erreichen einer Utopie also nur reine Ansichtssache?! Eine Frage der Verschiebung des Blicks, die eine Verschiebung der Verhältnisse inne hätte?

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18.12.2020 // 20 Uhr 

Purplez in Space – eine digitale Party

ENGLISCH BELOW 

Wir wollen einen intersektionalen Queerfeminismus auf galaktischer Ebene! 

Wir wollen dieses Cistem und seine Grenzen zertanzen!

Wir wollen einen Raum schaffen, um gemeinsam mit euch zu feiern – queerfeministisch, solidarisch, intersektional! 

Wir tanzen daheim, aber nicht allein: Ob Dress up oder Drag, im Pyjama oder Raumanzug, live aus dem Partykeller oder vom Sofa aus. Wir freuen uns über spacige Ver_Kleidung und abgespacede Däncemoves und vor allem drauf euch alle mal wieder zu sehen! 

Gemeinsam mit Laptops in Space laden wir euch dazu ein, diesen temporären digitalen Welt_Raum mit uns zu gestalten, mit Musik von MWA und Elypze.


Wir fangen um 20:00 an mit einer Begrüßung und im Anschluss folgt das Set von ELYPZE. Nach circa einer Stunde legt dann MWA für uns auf!
Ihr könnt euch frei durch den digitalen 3D-Space bewegen – genauere technische Anweisungen könnt ihr der Seite selbst entnehmen. Weitere Infos folgen.

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We start at 8 with some welcoming words and the set by ELYPZE, which will be followed by MWA after an hour!
You can move freely through the 3D-space – more technical instructions will be provided by the website. Further information will follow.

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ELYPZE.

Konkret. Eloquent. Lovefull.

Elypze nagelt dich ans Brett! Wummernde Bässe rauben dir den Schlaf und grimen dich durch den dance…(äh) livingroom. Get hooked & vergiss deine Latexhandschuhe nicht.

MWA

Schwarz. Queer. Afrohouse. Seit 2017 legt MWA mit Liebe für Afrohouse und all jene Sounds, die den Körper beben lassen, auf. Frust über schlechte weiße cis-männliche djs, ein geschenkter Controller und Dutzende Youtube Tutorials ebneten den Weg dahin. „Black joy is an act of resistance“ und Auflegen ist politisch – MWA spielt nicht überall oder für jeden und versteht sich als DJ in einer Position mit Handlungsmacht. Melanin Wit Attitudes macht sich deshalb Gedanken dazu für wen sie wo (nicht) spielt, wohin ihre Gage fließt, wie als DJ mit Übergriffen auf dem dancefloor umzugehen ist und strebt an sich einer Verantwortung zu stellen, der sich DJs meist entziehen. Genres: Afrohouse, Afrobeats, Dancehall, Soca, * Listen: https://soundcloud.com/user-977752103/touchin-body *

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Purplez in Space – A digital Party

We want intersectional queerfeminism on a galactic level!

We want to smash this Cistem and all of its limits!

We want to create a space to celebrate with you – queerfeminist, united in solidarity, intersectional!

We are dancing at home, but not alone: Whether you’re coming in DressUp or Drag, in your pyjamas or a space-suit, live from your party cellar or your sofa. We can’t wait to see your futuristic costumes and wicked dance moves! And moreover: we are looking forward to finally seeing YOU again!

In cooperation with Laptops in Space we are inviting you to create a temporary digital space together with us and music from MWA and Elypze.

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MWA

Black. Queer. Afrohouse. 

With love for Afrohouse and all other sounds that let the body vibrate MWA has been djing since 2017. Frustration about bad white cis-male DJs, a gifted controller and dozens of youtube tutorials paved her way behind the decks. 

„Black joy is an act of resistance“ and djing is political – MWA does not spin everywhere or for everyone and understands that as a DJ she is accountable for the happenings and the atmosphere of the dancefloor. Melanin Wit Attitudes thinks about who she plays for (or not), what happens to the money she earns spinning, how to deal with assaults on the dancefloor and strives to face a responsibility that is often ignored by DJs.

Genres: Afrohouse, Afrobeats, Dancehall, Soca,

* Listen: https://soundcloud.com/user-977752103/touchin-body *


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